[REZENSION] Raubzug des Phoenix von Dirk B. Granzow




VIER Nächte.
DREI Städte.
ZWEI Milliarden Menschen.
EIN Ziel: Überleben.

Wenn der Mensch überleben will, geht er über Leichen. Er ist ein Raubtier. Nichts weiter als ein gefährliches, mordendes Raubtier. Egoistisch. Skrupellos. Unmoralisch. Ich dachte immer meine Familie wäre anders. Ich habe mich geirrt. Als ihrer Mutter der Fiebertod droht, begibt sich die 15-jährige Hayden entschlossen auf die Reise mit nur einem Ziel vor Augen: die Raubnacht. Viermal jährlich darf das Lagerhaus in der Stadt geplündert werden und genau dort hofft Hayden, die rettende Medizin für ihre Mutter zu finden. Auf ihrem Weg stolpert sie über eine Wahrheit, die ihr von der Familie verschwiegen wurde und sie begreift, dass manche Dinge nicht grundlos unausgesprochen bleiben. Auf einmal gibt es nur noch eine einzige Gewissheit. Dieser Raubzug könnte zugleich ihr letzter sein, denn die gefährlichste Lüge ihrer Familie war das Schweigen.







Gelungener Reihen-Auftakt, der Lust auf mehr macht


Der Klappentext von „Raubzug des Phoenix“ hatte mich auf Anhieb neugierig gemacht. Ich liebe Dystopien und war daher gespannt auf die Umsetzung. Dirk B. Granzow konnte mich mit diesem Reihen-Auftakt trotz kleiner Schwächen auf ganzer Linie überzeugen. Der Einstieg war etwas länger als erwartet, aber danach hat mich die Geschichte nicht mehr losgelassen.

Hayden ist fünfzehn Jahre alt und lebt in einer kleinen Siedlung. Der Hunger ist allgegenwärtig und nur die Raubzüge in die entfernt liegende Stadt sichern das Überleben der Siedler. Dreimal im Jahr wird die sogenannte Raubnacht veranstaltet, in der die Stadt von den Siedlern geplündert werden darf. Als die nächste Raubnacht ansteht, bricht Haydens Welt zusammen. Ihr bester Freund Yisle wird den Raubzug übernehmen, während sie zuhause bleiben muss. Hayden war immer davon ausgegangen, dass Yisle und sie gemeinsam zu ihrer ersten Raubnacht aufbrechen. Doch die Erwachsenen sehen in ihr immer noch ein Kind, das dieser Aufgabe nicht gewachsen ist. Zudem scheinen Haydens Eltern ihr wichtige Dinge über die Raubnächte zu verschweigen. Kurzentschlossen schleicht sich Hayden aus dem Haus und folgt Yisle und seinen Freunden zu der entfernten Stadt. Doch die Wahrheit über die Raubnächte ist grausamer, als Hayden es sich jemals vorstellen konnte. Während ihrer Reise wird Hayden klar, dass sie alle in tödlicher Gefahr schweben.


Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, da der Autor der Geschichte viel Raum gibt, um sich zu entfalten. Dadurch hat man viel Zeit die Charaktere kennenzulernen und sich in der Welt zurechtzufinden. Die Hauptprotagonistin Hayden ist mit ihren fünfzehn Jahren ein typischer Teenager. Sie leidet sehr unter dem Verlust ihrer Schwester und der Erkrankung ihrer Mutter. Obwohl ihre Familie sie liebt, hat man immer das Gefühl, als wenn Hayden ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Dank ihrer mutigen Art habe ich sie schnell ins Herz geschlossen, auch wenn sie mir mit ihren bockigen Teenagerallüren manchmal auf die Nerven gegangen ist. Besonders gut hat mir gefallen, dass Hayden nicht die typische Heldin ist, wie sie in vielen anderen Dystopien dargestellt wird. Hayden ist ein ganz normaler Teenager, voller Selbstzweifel, von den Eltern missverstanden und einem Hang dazu, sich selbst zu überschätzen. Gerade ihre innere Zerrissenheit und die Fehler, die sie begeht, machen sie so sympathisch. Yisle bleibt leider etwas blass, aber dafür sind Sage und Mylake starke Charaktere, von denen ich in der Fortsetzung gerne mehr hören würde. Die Handlung wirkt gut durchdacht, wobei ich erwartet hatte, dass der Fokus der Geschichte auf der Raubnacht und ihren Folgen liegt. Ich war dadurch etwas überrascht von dem langen Einstieg in die Geschichte. Obwohl ich den ersten Teil des Buches durchaus interessant fand, kommt erst mit Haydens Ankunft in der Stadt richtig Spannung auf. Von da an ging es Schlag auf Schlag und der Leser kommt kaum noch zum Luftholen. Der Fokus der Geschichte liegt sehr lange auf der Reise zu der Stadt. Ich hätte mir gerade am Anfang des Buches mehr Zug gewünscht, aber die Ereignisse der Raubnacht konnten dann einiges wettmachen, denn es wird am Ende sehr spannend und actionreich. Insgesamt bleiben viele Fragen offen, weshalb ich den Folgeband unbedingt lesen muss.





„Raubzug des Phoenix“ von Dirk B. Granzow ist ein vielversprechender Reihen-Auftakt, der ruhig beginnt und rasant endet. Die Idee der Raubzüge hat mir sehr gut gefallen und trotz des langen Einstiegs in die Geschichte konnte mich das Buch überzeugen. Am Ende bleiben einige Fragen offen, weshalb ich den Folgeband unbedingt lesen muss.




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   4,0 von 5,0 Sterne

 














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Illustration von Freepik

1 Kommentar:

  1. Hey Nadine,

    das klingt nach einer vielversprechenden Umsetzung und ich bin ja jetzt scchon sehr neugierig, was hinter dieser Raubnacht denn noch so steckt. *g*

    Liebe Grüße, Ruby

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