LARISSA WOLF - AUTOREN HAUTNAH ERLEBEN


 

Larissa Wolf - Über mich


Larissa Wolf wurde 1992 in Hechingen, am Fuß der Burg Hohenzollern, geboren. Sie studiert Geschichtswissenschaft an der Universität Tübingen. Seit Larissa lesen kann, verschlingt sie Bücher und schreibt auch eigene Geschichten. Im Laufe der Zeit wurden daraus Romane, wobei das Debüt "Kateryna - Die Reise des Protektors" bereits ihr zweites vollendetes Manuskript ist. Schreiben ist Larissas Leidenschaft, genauso wie das ausgeprägte Redebedürfnis über Bücher, das sie mit ihrer Familie und ihren Freundinnen teilt. In ihrem Zimmer wimmelt es vor losen Zetteln und Post-ist, auf denen neue Romanideen festgehalten sind und nur darauf warten, endlich aufgeschrieben zu werden. Neben den Schreiben und Lesen, zeichnet sie gern, bloggt (larissawolf.de) und verfolgt ihre zahlreichen TV-Serien.



Das Buch zum Interview: Josh & Annie - London Love





Zwei Menschen. Zwei Schicksale. Eine Liebesgeschichte.

Band 1 der London Love Reihe, aber in sich abgeschlossen! Auch als Einzelband lesbar. Während Josh mit seiner Sozialphobie zu kämpfen hat, die bisher nur mit mäßigem Erfolg behandelt wurde, steht Annie kurz vor dem Abschluss an einer renommierten Londoner Schauspielschule. Als sie für ihre letzte Aufführung eine Krebskranke darstellen soll, fühlt sie sich zu sehr an ihre eigene Krankheitsgeschichte zurückerinnert und droht unter den aufkeimenden Gefühlen zu ersticken. Bei einem Gruppenausflug mit der gemeinsamen Psychologin stehen sich Josh und Annie erneut gegenüber und erkennen, dass jeder mit den eigenen Dämonen schwer zu kämpfen hat. Können sie gemeinsam mehr erreichen als alleine?




Interviev mit Larissa Wolf

♥♥♥ Liebe Larissa, an dieser Stelle erst einmal vielen, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, alle meine Fragen zu beantworten ♥♥♥




Wann hattest du das erste Mal den Wunsch, selber zu schreiben?

Seitdem ich Bücher lese.  Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich in der Grundschule eine Geschichte über meine Freunde und mich geschrieben habe. Allerdings hatte ich damals noch nicht den Wunsch, ein ganzes Buch zu schreiben und Autorin zu werden, sondern es hat einfach Spaß gemacht.



Welche Autoren sind deine Vorbilder?

Jennifer L. Armentrout, George R. R. Martin, Lynn Raven, Sophie Kinsella und Rainbow Rowell.



Welches ist dein Lieblingsbuch?

Ohje, das ist eine schwierige Frage! Denn da gibt es mehrere, zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann: Blutbraut von Lynn Raven, Kein Kuss unter dieser Nummer von Sophie Kinsella, The Winner’s Curse von Marie Rutkoski und Dunkle Verführung von Sherrilyn Kenyon.



Gibt es ein Genre, das du überhaupt nicht magst?

Horror und Krimis. Thriller sind auch grenzwürdig, weil ich ein riesiger Angsthase bin, aber inzwischen traue ich mich da ein bisschen mehr. ;-)



Dein neues Buch „Josh & Annie – London Love“ handelt von einem Jungen, der unter Sozialphobie leidet und einem Mädchen, das erfolgreich eine Krebserkrankung bekämpft hat. Wie bist du auf diese ungewöhnlichen und ernsten Themen gekommen?

Ich interessiere mich sehr für die menschliche Psyche und da lag es schon immer nahe, dass ich auch ein Buch in dieser Richtung schreiben wollte. Zusammen mit eigenen Erfahrungen und Gespräche mit Betroffenen ist dann dieses Buchbaby herausgekommen, das mein absolutes Herzensprojekt ist.



Hast du schon selber Erfahrungen mit einer der Erkrankungen gemacht oder kennst du betroffene Personen?

Vor drei Jahren wurde bei mir Lymphdrüsenkrebs festgestellt und dies habe ich auf meine Protagonistin Annie übertragen. Ursprünglich war die Geschichte nur dazu gedacht, meine Gefühle in Bezug auf die Erkrankung und die Folgen niederzuschreiben. Das Schreiben von „Josh & Annie“ war meine eigene kleine Therapie, weil ich keine Person bin, die darüber mit Psychologen redet. Einmal habe ich es versucht und es war ganz schrecklich :-D (Es gab nicht mal eine Liege … ;-) und die Frau hatte Ähnlichkeit mit Dr. Nolan aus dem Buch ).



Wie hast du zu diesen Krankheiten recherchiert?

Teils stammen die Informationen aus meiner eigenen Erfahrung, aber bezüglich der Sozialphobie habe ich unter anderem mit einigen Betroffenen geschrieben und konnte ihnen auch spezifische Fragen stellen.



„London Love“ handelt von dem Bekämpfen von Ängsten. Hast du selber Ängste, die dir manchmal das Leben schwer machen?

Ich glaube, keiner ist vollkommen und zu jeder Zeit frei von Ängsten. Bei mir persönlich kommt die Angst vor Krankheiten oder Unfällen vor, die mir doch manchmal das Leben schwerer macht als nötig.



Dein Buch spielt in London. Warum in dieser Stadt? Was fasziniert dich so an London?

Im Herzen bin ich Brite :-D. Ich liebe Großbritannien einfach, da war es für mich klar, dass meine normalen Liebesromane dort stattfinden müssen. London, beziehungsweise GB allgemein, hat so einen ganz speziellen Flair, den man nur dort findet. Es ist regnerisch, meist nicht sonderlich warm und doch strahlt das Ganze eine Behaglichkeit aus, sodass man sich am liebsten mit einem guten Buch und einer Tasse Tee vor den Kamin setzen möchte, während es draußen in Strömen regnet.



Wie bist du vorgegangen, als du die Story und die Charaktere entwickelt hast?

Bei „Josh & Annie“ hatte ich anfangs nur ein Bild aus einem Magazin und das Bedürfnis, über meine Krebserfahrungen zu schreiben. Das Bild zeigt Benedict Cumberbatch und ist so unglaublich tiefgründig und vielschichtig, dass mir beim Betrachten sofort das Stichwort „Sozialphobie“ eingefallen ist. Danach war es dann nur noch eine Frage der Organisation, das heißt, ich habe eine Handlung entworfen und die Charaktere entwickelt, ihnen eine Vergangenheit gegeben. Am schwierigsten sind bei mir immer die Personen, denn man muss herausfinden, wie sie so geworden sind. Dabei stößt man manchmal auf ziemlich heftige Sachen.



Vor kurzem ist dein High Fantasy Debütroman „Kateryna – Die Reise des Protektors“ erschienen. Was hat dich dazu gebracht, danach dein Buch „London Love“ zu schreiben, was ein ganz anderes Genre umfasst?  Braucht eine Geschichte etwas Raum, bzw. brauchst du als Autor etwas Abstand zu einem Buch, damit du es zu einem späteren Zeitpunkt besser weiterschreiben kannst?

Ich brauche nach einer Geschichte etwas Abstand und meistens auch Abwechslung, da mir sehr schnell langweilig wird. Deswegen kann ich nicht nur Fantasy oder nur Liebesromane schreiben, weil es mir irgendwann zum Hals raushängen würde … Gerade durch das Abwechseln der Genre klappt es zumindest für mich perfekt und ich kann mich in den jeweiligen Geschichten austoben.



Wie geht dein Umfeld damit um, dass du schreibst?

Unglaublich gut! Meine Familie, insbesondere meine Eltern, unterstützen mich sehr – auch wenn sie anfangs mehr als skeptisch waren. Inzwischen haben sie aber verstanden, dass ich nur mit dem Schreiben glücklich sein kann ;-) . Meine Freunde sind meine treuen Leser und sogar viele meiner ehemaligen Klassenkameraden haben mein Buch gekauft und gelesen. Ich bin unendlich dankbar, dass ich ein so tolles Umfeld habe!



Welche ist deine liebste Stelle in deinem neuen Buch „Josh & Annie – London Love“?

Es gibt zwei Lieblingsstellen, die ich euch aber nicht verraten werde, sonst müsste ich euch spoilern. Aber ich gebe euch zwei kleine Hinweise, sodass ihr beim Lesen der jeweiligen Stelle sofort wisst, was ich meine: „Partnerwechsel“ und „Marshmallow“. :-D Ihr werdet es merken, wenn ihr es lest, das verspreche ich euch!



Gibst du uns einen kleinen Einblick in „London Love“?

Hier findet ihr den Anfang von „London Love“:
Josh

"Das ist doch total verrückt", murmelt sie und starrt die Behandlungszimmertür an. Ich rutsche auf meinem Stuhl hin und her. Es ist sehr unangenehm, dass diese Fremde hier ist und sich auch noch negativ darüber äußert. Meine Hände sind schweißnass, obwohl ich nicht mal mit ihr reden muss. Das Mädchen wirft ihre rotblonden Haare zurück und sieht mich an. Sofort senke ich den Blick. Mein rechtes Bein zuckt leicht, ich versuche es zu unterdrücken. Vergeblich. Im Augenwinkel sehe ich, wie ihr Blick meinem folgt. Sie starrt mein zuckendes Bein an, bestimmt merkt sie auch, wie meine Hände schwitzen. Ich stecke sie in die Hosentaschen. Das Mädchen räuspert sich.
"Also ...", beginnt sie erneut, "ich meinte nicht, dass Sie ... Sie alle verrückt sind!" Sie versucht meinen Blick einzufangen und für kurze Zeit schafft sie es. Ich schaue in ihre braunen Augen, die mich an Zartbitterschokolade erinnern. Doch nach etwa fünf Sekunden halte ich es nicht mehr aus und senke den Blick. Sie sieht sich im Wartezimmer um und ihre Augen machen bei John halt. Seine zusammengesunkene Gestalt sitzt auf dem Stuhl direkt neben der Eingangstür. Zurzeit ist er auf Koksentzug und kein besonders vertrauenserweckender Anblick.
Das Mädchen scheint dasselbe zu denken, denn sie murmelt "Na ja ..." vor sich hin. Im nächsten Augenblick werden ihre Augen größer und sie sieht mich erschrocken an. Bestimmt hofft sie, dass ich ihren Kommentar nicht gehört habe. Aber vielleicht hat sie recht, vielleicht sind wir wirklich verrückt und passen deshalb nicht in die Gesellschaft.
Ich beobachte sie aus dem Augenwinkel, weil ich mich nicht mehr traue, sie direkt anzublicken. Ihre Augen zucken in regelmäßigen Abständen zu John hinüber. Ich bin dankbar, dass sie nicht mich für den Verrücktesten im Raum hält. Sie tastet routiniert ihren Hals ab. Danach wird ihre Haltung sofort etwas lockerer. Ist das ihre Art, nervös zu sein?
Die roten Haare umrahmen ihr helles Gesicht und stellen einen schönen Kontrast zu ihren dunkelbraunen Augen dar. Die Iris ist kaum von der Pupille zu unterscheiden. Das Mädchen sitzt mir schräg gegenüber, in etwa eineinhalb Metern Abstand, und wippt mit dem Fuß. Aus dieser Entfernung kann ich sogar ein paar Sommersprossen auf ihrer Nase entdecken.
Plötzlich geht die Tür zum Behandlungszimmer auf und eine Person schiebt sich vorsichtig ins Wartezimmer. Nick entdeckt das fremde Mädchen und sofort verändert sich seine Körperhaltung. Er sinkt in sich zusammen, zieht den Kopf ein und verschränkt die Arme vor seinem Körper, so, als wollte er sich schützen. Er huscht durch den Raum, nickt mir zu und reißt die Tür auf. Im nächsten Moment ist er verschwunden. Bei Nick wurde das Gleiche diagnostiziert wie bei mir. Ich frage mich, ob ich auch so eine negative Ausstrahlung habe. Verschlossen, abweisend und ängstlich. Ich denke darüber nach, bis Dr. Nolan den Kopf aus dem Türrahmen streckt und das Mädchen aufruft.
"Miss Annie McArran, bitte." Ihre dunkle Stimme wirkt ein wenig beruhigend auf mich und ich versuche mich zu entspannen, was nicht gelingt. Das Mädchen nickt Dr. Nolan zu, steht auf und verschwindet mitsamt ihrer Handtasche im Behandlungszimmer. Die Tür schließt sich hinter ihr und lässt mich wieder aufatmen.
Ich blicke John an, der immer noch vor sich hin starrt. Er ist gerade in seiner Gedankenwelt versunken und hat wahrscheinlich gar nicht bemerkt, dass das Mädchen – Annie – da war. Er ist jedes Mal noch früher hier als ich, obwohl seine Stunde erst nach meiner ist. Wir haben beide wohl kein richtiges Sozialleben, sodass wir sogar Stunden früher zur Therapie kommen. Es ist ziemlich traurig, wenn man genauer darüber nachdenkt – aber was sollen wir machen? Keiner will mit so Leuten wie uns etwas zu tun haben. Wer will schon mit einem Ex-Drogenabhängigen, der die ganze Zeit nur in die Luft starrt oder einem Sozialphobiker, der Angst vor fremden Menschen hat, Umgang haben?
Die einstimmige Antwort darauf lautet: keiner.



Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten!



Kommentare:

  1. Guten Morgen Nadine,

    ein schönes Interview. Sehr interessant, dass sie Larissa Wolf ab und an mal eine Auszeit von den Genen braucht. Aber ich kann mir gut vorstellen, das dafür die Ideen umso mehr spriesen. ;o)
    Thriller und Horror sind auch Genre für mich, die fast gar nicht gehen. ^^°

    Liebe Grüße,
    Ruby

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  2. Hallo Nadien!

    Tolles Interview!!! Ich hätte noch glatt 10
    fragen mehr lesen können :) leider kannte ich die Autorin bisher nicht, werde aber direkt
    mal schauen, wie sich die Klappentexte lesen :) London Love
    Kommt definitiv auf meine Wunschliste :-) LG momkki

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