NICOLE STOYE - AUTOREN HAUTNAH ERLEBEN


Das Buch zum Interview: "Bittersüße Träume I - Bittersüßer Morgentau"


„Aber ich bin wie eine Motte“, flüstere ich zaghaft, „ängstlich und allein in der Dunkelheit. Du hingegen bist das Licht, das ich nicht zu deuten weiß. Verheißt dein Schein wirklich die Sicherheit, nach der ich mich sehne, oder ist es am Ende ein Feuer, in dem wir beide verbrennen?“

Seit sie denken kann, wird die siebzehnjährige Annabell in ihren Träumen von Morgan heimgesucht. Wiederholt entführt er sie an geheimnisvolle Orte, wo er sie die Einsamkeit, mit der sie in der Realität Tag für Tag konfrontiert wird, vergessen lässt. Längst schon ist aus ihrer Freundschaft Liebe geworden – eine unwirkliche Liebe, nicht greifbarer, als ein flüchtiger Sonnenstrahl.

Als sie bei einem Ferienausflug zum ersten Mal auf Lewis trifft, verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit. Im schwachen Schimmer der Morgendämmerung gleitet ein Boot auf wasserlosem Untergrund durch den Nebel, Bilder märchenhafter Meerjungfrauen erwachen zum Leben und junge Rosen erblühen dort, wo man sie nicht vermutet hätte. Kann Annabell ihrer eigenen Wahrnehmung noch länger trauen oder hat der geheimnisvolle Lewis, der auffällig oft ihre Nähe sucht, womöglich etwas damit zu tun? Ist er so real, wie es auf den ersten Blick scheint? Und wenn nicht, wie viel Traumgestalt steckt dann noch in Morgan? Kann aus einem Traum vielleicht doch Wirklichkeit werden?

„Bittersüßer Morgentau“ ist der erste von insgesamt zwei romantischen Fantasy-Romanen aus der Reihe „Bittersüße Träume“.

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                                                                                                                                 Interviev mit Nicole Stoye


Hallo Nicole, voarb meinen lieben Dank an dich, dass du so schnell Zeit gefunden hast, meine Fragen zu beantworten! 

♥♥♥ Vielen lieben Dank ♥♥♥

 

Wann hattest du das erste Mal den Wunsch, selber zu schreiben?

 Ich glaube, das war im Jahr 2008. Eine Freundin hat mir von einer Kurzgeschichte erzählt, die sie selbst geschrieben hat. Ich fand das richtig toll und war ganz aus dem Häuschen, sodass ich es selbst auch einmal versuchen wollte.


Welche Autoren haben dich besonders inspiriert?

In erster Linie war es ganz klar Joanne Rowling. Als ich zum ersten Mal in die Welt um Harry Potter eingetaucht bin, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ich dachte nur: Wie kann ein einzelner Mensch so viel Fantasie besitzen und damit eine ganze Welt verzaubern?

Aber auch andere Autoren haben es mir mit der Zeit angetan. Zum Beispiel liebe ich die Romane (sowohl mit als auch ohne Fantasy) und den Schreibstil von Kerstin Gier! Will man mal richtig abschalten, kann man mit ihren Werken nichts falsch machen. Später bin ich dann auch auf Legenden wie Charles Dickens und selbstverständlich Jane Austen aufmerksam geworden. Weiterhin habe ich über Recherchen zu meinem aktuellen Buch zum ersten Mal das Gedicht Annabel Lee von Edgar Allan Poe gelesen und wusste sofort, dass es nicht meine letzte Lektüre von ihm bleiben wird. Aber auch die Wortgewandtheit von Oscar Wilde hat mich sehr beeindruckt.


Hast du einen Lieblingsautor/-autorin?

Es gibt so unglaublich viele Autoren und jeder von ihnen hat seinen eigenen Stil, dass ich diese Vielfalt einfach nur genieße und gar nicht wählen könnte, selbst wenn ich wollte.


Welches ist dein Lieblingsbuch?

Hier verhält es sich ebenso wie mit den Autoren aus dieser Vielfalt könnte ich niemals wählen. Jedoch gibt es ein bestimmtes Buch, das ich von Zeit zu Zeit hervorhole, um mich von den darin enthaltenen Zeichnungen und Geschichten inspirieren zu lassen: Elfen, Goblins und Spukgestalten von Brian Freud und Alan Lee. Es ist eine Sammlung britischer Legenden und Erzählungen rund um die Anderswelt und ihre Bewohner.


Gibt es ein Genre, das du überhaupt nicht magst?

Ich würde nicht behaupten, dass ich ein Genre nicht mag. Jede Geschichte durchlebt eine Entwicklung und hält dazu an, seine Lehren daraus zu ziehen. Vielmehr ist es so, dass ich bestimmte Genres, wie Jugendbücher, Liebes- und Fantasyromane bevorzuge.



Wie geht dein Umfeld damit um, dass du schreibst?

Da gab es ganz unterschiedliche Reaktionen. Überwiegend waren die Leute überrascht und begeistert. Auf der anderen Seite wurde es auch belächelt. Eine zeitlang habe ich mich davon ziemlich einschüchtern lassen. Manchmal war es mir regelrecht unangenehm, darüber zu sprechen.

Ich habe sogar versucht, unter einem Pseudonym weiterzuschreiben, um für mein unmittelbares Umfeld anonym zu bleiben und mich nicht mehr damit zu belasten. Einige mir sehr nahestehende Menschen haben mir deshalb wiederholt den Kopf gewaschen und mir vor Augen geführt, dass es viele Menschen gibt, die meine Geschichten lieben und ihre Meinung sehr viel mehr Gewicht hat. Weiter haben sie mir zu verstehen gegeben, dass ich auf das, was ich geschaffen habe, stolz sein kann. Es hat eine Weile gedauert, doch inzwischen habe ich erkannt, dass sie recht haben. Schließlich sind mittlerweile mehr als 80.000 Exemplare meiner Bücher verkauft worden. Ohne meine Leser hätte ich das nie erreicht und es wäre ein großer Fehler, sie hinter meine Kritiker zurückzustellen.


Wo ist dein liebster Schreibplatz?

In der Nähe der Kaffeemaschine :o)


Was tust du gegen eine Schreibblockade?

Ich putze, räume auf und höre dabei Musik. Manchmal dauert es eine Weile, aber mit dem richtigen Lied kommt oftmals alles von selbst.


Bittersüßer Morgentau ist ein wunderschöner Fantasy Liebesroman von dir. Wie hat die Story in deinem Kopf angefangen, bzw. wie bist du zu der Grundidee der Story gekommen?

Vielen Dank! :o) Das waren unterschiedliche Faktoren, die irgendwann alle zueinander gefunden haben. So höre ich zum Beispiel gern die Musik von David Bowie. Auf seinem Album Hours gibt es ein Lied mit dem Titel The Dreamers (Die Träumer). Ich besitze dieses Album schon lange und als ich es nach Jahren wieder gehört habe, kam mir beim Hören dieses Liedes erstmalig der Gedanke, eine Geschichte über Träume zu schreiben. Bei der Recherche über mystische Wesen bin ich dann irgendwann auf Nachtmahre gestoßen und musste sofort wieder an dieses Lied denken. Als im vergangenen Jahr dann der Disney-Film Maleficent in die Kinos kam und ich zum ersten Mal Lana Del Reys Interpretation von Once Upon A Dream gehört habe, habe ich sofort das Bild von Annabell und dem maskierten Mann auf dem Ball im Kopf gehabt. Es war ein Prozess, der sich über Jahre entwickelt hat.



Wie bist du vorgegangen, als du die Story und die Charaktere entwickelt hast (Storyboard, etc.)?

Tatsächlich habe ich einfach drauflos geschrieben. Erst beim Schreiben haben sich die Charaktere und die Schauplätze entwickelt. In der Ur-Version von Bittersüßer Morgentau hat die Geschichte zum Beispiel nicht im Flugzeug, sondern in Annabells Elternhaus in Hamburg begonnen.

Nach und nach hat dann eines zum anderen geführt und jedes Mal, wenn ich hinsichtlich eines Charakters oder eines Schauplatzes ein gutes Gefühl hatte, habe ich mir dazu Notizen gemacht, sodass im Verlauf der Geschichte nichts verfälscht wird.


Bittersüßer Morgentau handelt von einem Mann, der Annabell immer wieder im Traum erscheint. Wie würde der Mann deiner Träume aussehen?

Da müsste ich jetzt ein Foto von meinem Mann beifügen :o) Bedauerlicherweise wäre ihm das aber nicht so recht ;o)


Hattest du schon mehrmals den gleichen Traum? Oder einen Traum, in dem wiederholt eine Person vorkam, die du nicht aus dem richtigen Leben kennst?

Ich träume oft von einem blauen Wellensittich, den ich geschenkt bekommen habe, als ich sieben oder acht Jahre alt war. Im Traum betrete ich einen Raum und plötzlich ist er da! In solchen Momenten kann ich mich auch nicht mehr daran erinnern, dass er vor mittlerweile 16 Jahren verstorben ist. Ich habe dann einfach nur ein schlechtes Gewissen, ihn so lange vernachlässigt zu haben.


Weiter träume ich oft, dass ich wieder bei meinem ehemaligen Arbeitgeber in meiner Heimat angestellt bin. Der Traum endet jedes Mal damit, dass ich kündige :o)


Einen Traum, in dem wiederholt eine bestimmte Person vorkommt, und der mir sehr zu Herzen geht, habe ich auch. Allerdings habe ich diese Person einmal gekannt. In der Schule waren wir Klassenkameraden, hatten aber nicht wirklich viel miteinander zu tun. Dafür waren wir zu unterschiedlich. Während ich eher in mich gekehrt war, hat er gern Späße gemacht und ich glaube, das Lernen ist ihm damals nicht sehr leicht gefallen. Nach der Schule hat er dann plötzlich eine Entwicklung durchgemacht, die mich ganz und gar erstaunt hat. Soviel ich gehört hatte, hatte er einen tollen Job in einem Seefahrtunternehmen, wo er nebenbei wohl auch eine Art Fachabitur gemacht hat. Aus unserer Klasse hatte er es von allen am weitesten gebracht es war wirklich bewundernswert. Einige Jahre nach der Schule habe ich ihn dann in einer Bar wiedergesehen. Damals war er mit einem Mädchen zusammen, mit dem ich mich nicht wirklich verstanden habe. Ihre Anwesenheit hat mich zunächst davon abgehalten, ihn zu begrüßen. Nach längerem Zögern habe ich es aber doch getan und wir haben uns eine halbe Stunde ganz wunderbar unterhalten. Zu dem Zeitpunkt war es mir noch nicht klar, heute weiß ich jedoch, dass diese zu den besten Entscheidungen zählt, die ich in meinem Leben je getroffen habe Den Tag, an dem mir von seinem Motorradunfall berichtet wurde, den er nicht überlebt hat, werde ich nie vergessen, ebenso wie das Lied, das ich zu dieser Zeit oft gehört habe und bei dem ich, obwohl ich ihn eigentlich kaum gekannt habe, seinetwegen wirklich viele Tränen vergossen habe. Alle paar Jahre begegne ich ihm in meinen Träumen. Dass er schon lange nicht mehr lebt, ist mir in diesen Momenten nicht bewusst. Jedes Mal spielt es sich genauso ab, wie damals in der Bar. Wir treffen aufeinander und erzählen von dem, was in der Zwischenzeit so passiert ist. Es ist ein sehr wichtiger wiederkehrender Traum, den ich auch in meinem Buch Im November beschrieben habe, und der mir sehr am Herzen liegt.


Welcher war dein schlimmster Traum?

Ich glaube, da gibt es viele. Der letzte, der mich sehr mitgenommen hat, handelte davon, dass ich nach langer Zeit in ein gewohntes Umfeld zurückkehre und wieder der Außenseiter bin, der ich zuletzt dort war.


Wie ernst nimmst du deine Träume?

Sehr ernst! Schließlich glaube ich daran, dass sie meine Ängste widerspiegeln. Manchmal gibt es Träume, die mich tagelang beschäftigen.


In deinem Buch ist Lewis ein Nachtmahr, ein Wesen, das sich von Träumen ernährt. Wo hast du zum ersten Mal von diesem Fabelwesen gehört?

Als ich nach möglichen Fabelwesen für mein erstes Buch Winterwelt recherchiert habe.


Die Orte in Bittersüßer Morgentau sind alle wunderschön und bildhaft beschrieben. Sind das teilweise Orte aus dem richtigen Leben? Wenn ja, welche?

Teilweise ja. Das Schloss Fogs Creek hatte beispielsweise die Schlossanlage Waddesdon Manor in der englischen Grafschaft Buckinghamshire zum Vorbild. Selbst bin ich allerdings noch nicht dort gewesen und kenne es nur von Fotos aus dem Internet. Weiterhin hat eines der Schwimmbäder aus der Ostsee Therme Scharbeutz als Vorlage für das Schwimmbad in Fogs Creek gedient, wo Decke und Wände ebenfalls mit Darstellungen antiker Sternkarten und mystischer Wasserwesen verziert sind eine wirklich träumerische Atmosphäre, in der ich mich schon oft aufgehalten habe.


Die Motive von Lewis und Morgan bleiben sehr offen. Ist das Absicht oder warst du beim Schreiben selber noch unschlüssig, für welchen Mann sich Annabell am Ende entscheiden würde?

Das ist pure Absicht! Schon am Anfang wusste ich über das Ende bescheid ;o)


An welchen Orten hast du Bittersüßer Morgentau geschrieben?

Immer in Reichweite einer Kaffeemaschine.


Hast du beim Schreiben Musik gehört? Wenn ja, welche?

Nein, das kann ich nicht. Zum Schreiben benötige ich immer Ruhe.


Welcher Song passt am besten zu Bittersüßer Morgentau?

Lana Del Reys Once Upon A Dream aus dem Disney-Film Maleficent für die Szene auf dem Maskenball und Sam Smiths Stay with me für die Szene, in der Annabell und Lewis am Ende Arm in Arm im Bett liegen.


Mit welchen Schauspielern würdest du die Rollen für Annabell, Lewis und Morgan besetzen?

Bei Lewis hatte ich von Anfang an den englischen Schauspieler Ben Barnes im Kopf und nachdem letztes Wochenende der Film Juno lief, ist mir bewusst, dass die kanadische Schauspielerin Ellen Page die perfekte Besetzung für Annabell wäre. In Bezug auf Morgan bin ich mir hingegen überhaupt nicht sicher


Wann erscheint voraussichtlich der zweite Teil von Bittersüßer Morgentau?

Ein genaues Datum gibt es noch nicht, doch es soll noch in diesem Jahr geschehen.


Gibst du uns schon mal einen kleinen Einblick in Teil 2?

Wie der Waldkauz in Annabells Traum bereits angekündigt hat, erleidet sie einen schweren Schicksalsschlag. Das geheimnisvolle Mädchen, mit Namen Josephine, aus dem Land der Träume wird eine große Rolle spielen, ebenso wie die unheimliche Kreatur, von der Annabell dort verfolgt wurde. Und natürlich wird Annabell eine Entscheidung treffen


Vielen lieben Dank für das Interview! 

 
 

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Nicole Stoyes Website / Amazon

Kommentare:

  1. Ein sehr schönes Interview! Ich habe schon Nicoles Trilogie gelesen und sie hat mir sehr gefallen! Mich wundert immer, dass da kein Verlag neugierig wird...
    Dein Blog gefällt mir richtig gut. Bin gleich mal Leser geworden :-)
    Grüße in meine Heimat Meck Pomm!

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  2. Hi,
    ja, Nicole schreibt toll. Sie beschreibt alles wunderschön und bildhaft. Ich freue mich total, dass ich das Imterview mit ihr mache durfte. Dein Blog gefällt mir auch gut. Ich habe direkt mal ein wenig gestöbert und mich als Leser angemeldet. Ich freue mich sehr, viele andere Blogger kennenzulernen!

    Liebe Grüße
    Nadine

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