REZENSION DAS AMULETT VON VALERIE LOE








Autor:                 Valerie Loe
Reihe:                Das Amulett
Titel:                   Geschichte einer Illusion (Teil I)
Format:              Taschenbuch
Seitenanzahl:    544 Seiten
Genre:                High Fantasy Roman
Verlag:                epubli GmbH
ISBN:                   978-3737537964
Preis:                  14,00 € Taschenbuch

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Inhalt: 


"Es ist lange her und wenn ich jetzt an die Zeit zurück denke, frage ich mich, wie viel von dem wirklich geschehen ist und wo meine Phantasie beginnt. Damals war die Zeit verwirrend und an manchen Tagen wusste ich nicht einmal mehr, was wahr und was nur Illusion war. Mein Herz schlug mir immer bis zum Hals und ich griff panisch nach meinem Amulett, denn solange ich es hatte, fühlte ich mich sicher, auch wenn es all das über mich gebracht hat. Ich habe das Amulett lange nicht mehr benutzt, doch Ereignisse lassen sich nicht mehr aufhalten, und so halte ich es für nötig, meine Geschichte jemandem zu erzählen, um mich anschließend auf meine letzte Reise zu begeben."

Alles beginnt mit einer Schatulle, die Thea Winter am Grund einer verstaubten, alten Kiste im Haus ihrer Großmutter findet. In ihrem Inneren entdeckt Thea ein geheimnisvolles Amulett, das eine magische Anziehungskraft auf sie auswirkt, obwohl die Kette ihr Angst einjagt. "Sie war aus goldenen kleinen Gliedern und der schwarze Stein wurde von einem Drachen gehalten, dessen Flügel sich um ihn legten." "...in den Krallen des Drachen pulsierte ein dunkler Tropfen, auf dessen Oberfläche sich Zeichen wanden. Der Anhänger summte. Es war eine abscheuliche Melodie."

Theas Großmutter Lisbeth kannte das schreckliche Geheimnis des Amuletts. Noch am Sterbebett versucht sie Thea zu warnen. Lisbeth erzählt Thea von dem Land, aus dem sie stammt. "Man nannte sie Splitter. Unsere Länder, für jedes Element ein Land." Thea erfährt, dass Lisbeth an der Seite eines Königs glücklich in jenem Land gelebt hat, bis sie eines Tages von einem feindlichen Magier angegriffen wurde. Durch ihn wurde sie aus ihrer Heimat gerissen und durch die Welten geschleudert, bis sie in Theas Welt erwachte. Eindringlich versucht Lisbeth Thea zu warnen: "Thea, als ich in diese Welt gekommen bin, habe ich etwas aus einer anderen Welt mit hierher genommen und es hat von dir Witterung genommen. Es wird dir folgen und dich zerstören." Nach dem Tod ihrer Großmutter erbt Thea das magische Amulett. Von diesem Zeitpunkt an ist nichts mehr so, wie es sein sollte. Das Amulett bringt Thea ungewollt immer wieder in andere Welten. Sie gerät in eine Schlacht und muss mit ansehen, wie die Menschen dort sterben. Ein anderes Mal findet sie sich auf einer grünen Wiese mit Kaninchen unter ihrem Bett wieder. Thea wird in ihrer Welt und in der anderen von einem furchtbaren Wesen verfolgt. Ihr Leben ist nicht mehr in Sicherheit. Während der Schleier zwischen den Welten immer dünner wird und Thea mit den Illusionen zu kämpfen hat, kommen ihre Eltern zu dem Entschluss, dass Thea die Scheidung und den Tod ihrer Großmutter nicht verkraftet und verordnen Therapiestunden bei einer Psychologin.

Gleichzeitig lernt der Leser eine andere Thea kennen, die im Land der Splitter lebt. In diesem Land leben Dämonen und Geister Seite an Seite mit den Menschen. Kaiben, einer der besten Krieger der Splitter, wird während seiner Reise durch das Land überfallen. Er hat die Mission, die verschwundene Prinzessin Mercedes zu finden. Im Wald wird er von Gesetzlosen überfallen. Thea rettet ihn und tötet jeden einzelnen der Gesetzlosen. "Er blickte hoch und konnte seinen Augen kaum trauen. Sie war klein und jung, vielleicht 6 Jahre alt. Stand da, inmitten toter Männer, zwei blutglänzende Schwerter in der Hand." Kaiben verlangt zu wissen, wer sie ist. "Ich habe keine Erinnerung, keinen Namen und keine Vergangenheit. Aber ich möchte nicht so bleiben. Leer... Du kannst mich Thea nennen." Kaiben nimmt das kleine Mädchen mit in seine Heimat Liron. Dort angekommen, adoptiert er Thea, damit sie leben kann wie ein kleines Mädchen. Magie und Dämonen, Krieg und Gefahren lauern in dieser so vollkommen erschütterten Welt, in der Freundschaft und Vertrauen nur selten über die Grenzen der eigenen Stadt reichen. Trotz allem wächst Thea bei Kaiben geschützt heran und entdeckt, dass sie eine mächtige Magierin ist. Gleichzeitig erkennt sie, dass sie nach vorne gehen muss, um ihre Vergangenheit zu finden. Wem kann sie vertrauen und wer wird sie verraten? Eine Geschichte über Liebe, Verrat und Macht.



Die Protagonisten: 


Mit der Hauptprotagonistin Thea Winter, aus unserer Welt, konnte ich nicht so richtig warm werden. Sie fällt von einer Welt in die nächste, erlebt Schönes und Schreckliches. In der realen Welt lebt sie in ständiger Angst davor, plötzlich in einer anderen Welt zu landen. In beiden Welten wird sie von einem furchterregenden Wesen gejagt. Ihre Eltern und Freunde können sich ihr auffälliges Verhalten bald nicht mehr erklären und halten sie für verrückt. Obwohl Thea so viel Unglaubliches passiert, sind ihre Gefühle nicht tief genug. Sie hat zwar Angst und verfällt immer wieder in Panik, findet sich aber immer überraschend schnell damit zurecht, in einer anderen Welt gelandet zu sein. Von ihr hätte ich mir mehr Einblicke in ihre Gefühle gewünscht.

Thea aus dem Land der Splitter ist das genaue Gegenteil. Ich konnte mich von Anfang an gut in sie hineinversetzen. Der Leser erfährt viel über Ihre Gefühle, ihre Unsicherheit und ihre Angst. Ich habe sie gerne gerne begleitet auf ihrem Weg voller Magie, Liebe und Verrat.


Meine Meinung zum Buch:


Das Buch "Das Amulett - Geschichte einer Illusion" ist um einiges komplexer, als ich gedacht hatte. Das luftig leichte, verspielte Cover, dass mir sehr gut gefällt, erweckte den Eindruck eines sommerlich leichten Lesevergnügens. Doch die "Geschichte einer Illusion" ist viel mehr. Schon die Zusammenfassung ist mir schwer gefallen, da ich keine von beiden Theas zu kurz kommen lassen wollte. Der Schreibstil von Valerie Loe ist flüssig und ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Da ich mit Thea Winter nicht so warm werden konnte, hat es etwas gedauert, bis mich die Geschichte richtig gefesselt hat. Das hat sich mit dem Auftauchen von Thea aus der Welt der Splitter aber sehr schnell geändert. In ihrer Welt überschlagen sich die Ereignisse. Theas Charakter ist einprägsam, glaubhaft und interessant. Sie hat es geschafft, mich mitten in das Geschehen zu ziehen. Ich habe mit ihr gekämpft, gebangt und geliebt. Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt, wer oder was Thea wirklich ist. Ein Cliffhanger fehlt im eigentlichen Sinne. Thea stellt sich im Laufe der Zeit immer wieder selbst die Frage, wer sie früher war, bevor sie zu Kaiben kam. Die Antwort darauf bleibt in Teil I dieses Buches offen. Für mich persönlich ist das Auslassen dieser Antwort Cliffhanger genug.  Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf die Antwort! Auch die Verbindung zwischen Thea und Thea bleibt offen. Also volle Punktzahl für den Cliffhanger :-)



Fazit: 

Eine spannende, komplexe Geschichte, die noch einige Fragen und Rätsel offen lässt. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!


Meine Bewertung:


Cover:                 4,5 Punkte
Schreibstil:         4,0 Punkte (Einen kleinen Abzug gibt es für ein paar sehr lange Sätze)
Geschichte:       5,0 Punkte
Charaktere:       4,0 Punkte (3 für Thea Winter und 5 für Thea aus der Welt der Splitter)
Chliffhanger:     5,0 Punkte



Gesamt:

4,5 von 5 Eulen



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